Elektronisches Lesen statt Blättern ist für mich ganz neu.
Im Urlaub hatte ich endlich mal Zeit dazu und hab "Tschick" von Wolfgang Herrndorf auf meinem iPad gelesen.
Wenn man 14 ist und in Ostberlin wohnt, kann das Leben schon hart sein. Dann kann es passieren, daß man plötzlich "Psycho" in der Schule genannt wird, nur weil man einen Aufsatz über den Alkoholismus der Mutter geschrieben hat. Oder daß der neue Mitschüler Tschick aka Andrej Tschichatschow in der Klasse schon morgens nach Alkohol riecht. Oder die Angebetete einen nie bemerkt. Und als dann die Sommerferien beginnen, der Vater sich lieber mit seiner Assistentin vergnügt, während die Mutter eine Entziehungskur macht, steigt man lieber in einen von Tschick geklauten Lada und fährt drauflos, Richtung Walachei, statt alleine am Pool rumzuhängen und Videospiele zu spielen. Ein Roadmovie, wie es so schön heißt. Natürlich geht nichts glatt und mal ganz davon abgesehen, daß man ja mit 14 noch gar nicht Autofahren darf, erleben die beiden Jungs allerhand skurrile Begebenheiten, die sich einfach toll lesen lassen, was auch an der lockeren Sprache des Autors liegt. Absolut empfehlenswert!
Lesen auf dem iPad hingegen ist gewöhnungsbedürftig. Man kann alles anpassen, Schriftgröße, Hintergrund, Schriftart, Helligkeit. Das finde ich irgendwie schon komisch, mal hat das Buch 100 Seiten mehr (große Schrift), mal weniger (kleine Schrift). Ich weiß eigentlich gerne, wieviel ich noch vor mir habe, das schwankt dann zwischen "Oh toll, noch 700 Seiten!" und "Oh nein, nur noch 50 Seiten!". Unten wird einem angezeigt, wieviele Seiten noch im Kapitel sind, auch ungewohnt, kann man aber natürlich ausblenden. Geblättert wird mit einer Wischbewegung, wobei ich gerne aus Versehen ganze Textblöcke markiert habe, ist aber natürlich alles eine Frage der Übung. Wahrscheinlich läßt es sich auf einem Kindle besser lesen, da er extra dafür entworfen wurde (falls mir jemanden einen zu Versuchszwecken sponsern möchte, gerne ;o), ich jedenfalls lese (leider) auf einem iPad noch schneller als so schon. Vielleicht, weil man mehr mit dem Auge erfasst, als bei einem Buch? Etwas nervös wurde ich, als es mal hakte und ich nicht weiterblättern konnte. Und auch diese Abhängigkeit von einem elektronischen Medium, um Lesen zu können, macht mich nicht gerade glücklich. Kann ja auch mal runterfallen oder einfach den Geist aufgeben und dann? Dann sitz ich im Urlaub und muß mir plötzlich Bücher vor Ort kaufen, welche natürlich meist nicht die sind, die ich lesen möchte. Nicht auszudenken ;o)
LG von Caro










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