Ich muß euch leider schon wieder einen Buchtipp geben ;o)
"Früher war das aus Holz" von Tillmann Prüfer
"Früher war das aus Holz" von Tillmann Prüfer
Tillmann Prüfer lebt in Berlin und hat zwei Töchter. Er selbst ist 1974 geboren, da gab es Leckmuscheln, BMX-Räder und heute so wohl nicht mehr frei verkäufliche Kasperle-Theaterfiguren. Man mußte sich entscheiden zwischen Big und Playmobil und zwischen Fleischmann und Märklin. Geburtstage wurden in Rollerdiscos gefeiert und man ging ab dem 1. Schultag alleine den Weg zur Grundschule. Seine beiden Mädchen aber wollen nicht Indianerin oder Clown sein, sondern Prinzessin Lillifee oder Bob der Baumeister. Sie wehren sich gegen den Zauber von Wundermuscheln im Glas und wachsen in einer Welt ohne weiße Eier zu Ostern auf. Das alles beobachtet er mit so einem Humor, daß ich immer wieder laut lachen mußte, weil mir alles so bekannt vorkam: dieser Spagat zwischen dem Modernen und dem Alten, was man selber noch so gerne mochte, was Kinder aber vielleicht inzwischen total doof finden, zu langsam, nicht spannend genug. Dazu feine Beobachtungen der anderen Elterntypen (bei ihm zB Ansgar, der Nachbar in Elternzeit oder dem Verhalten von Eltern auf einem Reiterhof, wohin Tillmann Prüfer mit seinen Töchtern aus nostalgischen Gründen wegen Immenhof fährt), die einen verunsichern oder vollkommen nerven. Und alles verpackt in wunderbare kleine Einzelgeschichten, bei denen man immer wieder ertappt denkt "Ja, genau so ist das!":
"Heute ist lesen lernen anders. Viele Kinder lernen mit einer sogenannten Anlauttabelle. Das ist eine Tabelle, in der alle Laute mit einem Bild daneben abgebildet sind. neben dem Sch ist ein Schaf abgebildert, neben dem T eine Tasse, neben dem Ei ein Eichhörnchen. Und so weiter. Ein Bilderbuch mit Einzelbuchstaben. Die Kinder können nun ein Wort in seine Laute zerteilen, diese in der Tabelle nachschauen und dann zusammenfügen. Das Ergebnis erinnert an Berichte aus der Zeit, als es noch keine Rechtschreibung gab: "Laise schbrach är mir ins Oar" zum Beispiel. Diese Sätze werden nicht korrigiert, sondern bleiben einfach stehen. Das Kind soll nicht frustriert werden bei seiner Arbeit, sich das Schreiben beizubringen. Erst ab der dritten Klasse kümmert man sich um die Rechtschreibung. Vielleicht hat sich bis dahin die Rechtschreibung ja schon wieder geändert oder ist ganz abgeschafft oder durch die Word-Korrekturhilfe ersetzt worden. Wer weiß schon, was morgen ist? Odär Moargän."
Absolute Leseempfehlung für alle ab Jahrgang 1970 mit eigenen Kindern :o)
LG von Caro
PS:
Und wer sich fragt, warum ich gerade so viel zum Lesen komme: der kleinste Mitbewohner ist endlich ein Kindergartenkind, jippie!
PS:
Und wer sich fragt, warum ich gerade so viel zum Lesen komme: der kleinste Mitbewohner ist endlich ein Kindergartenkind, jippie!










//PART 2
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