Mein Themenbuch für "Die lesende Minderheit" habe ich vorgestern ausgelesen:
Uwe Timm "Am Beispiel meines Bruders"
knapp 160 Seiten und doch ungeheuer berührend und dicht.
knapp 160 Seiten und doch ungeheuer berührend und dicht.
Uwe Timm erzählt die Geschichte seines Bruders, der 16 Jahre älter war, sich freiwillig zur SS-Totenkopfdivision meldete und schließlich verwundet in der Ukraine starb. Er zitiert aus dessen Tagebuch, welches nur bruchstückhaft geschrieben ist, vieles ist ihm, als Nachzügler, unklar und völlig fremd. Er selbst "erst" 1940 geboren erlebt zwar auch den Krieg noch mit, gehört aber bereits einer ganz anderen Generation an, die Jeans tragen möchte und sich an den Amerikanern orientiert. Sein Vater, der ein Leben lang mit dem eigenen Schicksal hadert, bleibt ihm merkwürdig fremd, weil er Werte vertritt, die er nicht mehr bedienen kann. Seine Mutter unternimmt später sogar eine Reise nach Russland, um das Grab des gefallenen Bruders zu suchen. Es ist ein sehr persönliches Buch, manchmal selbst wie ein Tagebuch. Timm erzählt Bruchstücke aus seiner Kindheit, in der der Bruder immer präsent war und auch nach seinem Tod in der Trauer der Familie immer erhalten blieb. Besonders berührt hat mich, daß Uwe Timm seine Kindheit in genau der Gegend beschreibt, in der ich wohne. Ich kenne jede Straße und jeden Ort, den er erwähnt. Und es ist furchtbar, jetzt an manchen Stellen vorbeizufahren, wenn man weiß, daß dort Brandbomben runterfielen oder daß sich dort der Luftschutzkeller seiner Familie befand.
LG von Caro
LG von Caro










//PART 2
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